Mut zu Verzicht – für ein Moratorium aller Kölner Großprojekte

Die Stadt Köln lebt seit langem über ihre finanziellen Verhältnisse. Das aktuell nicht gedeckte Haushaltsdefizit beläuft sich auf über 300 Mio €. Eine Besserung dieser sehr prekären Finanzlage ist nicht in Sicht. Mit der von BïGE unterstützten Unterschriftenaktion der Initiative “Mut zu Verzicht” wird angesichts dieser desaströsen Situation von der Stadt nicht etwa ein Verzicht auf die Realisierung aller größeren investiven Ausgaben, darunter auch des Neubaus des Historischen Archivs, gefordert, sondern zunächst ihr Zurückstellen und Überdenken (Moratorium).

Dabei gilt es, alle größeren Projekte nach sachgerechten Kriterien (u.a. Priorität, Kostenhöhe, rechtliche Verpflichtung) auf den Prüfstand zu stellen. Sicherlich wird sich bei Anlegung nicht von Eitelkeit und Größenwahn geprägter Maßstäbe erweisen, dass die Verwirklichung des einen oder anderen Vorhabens ganz verzichtbar, kostengünstiger zu haben oder hinauszuschieben ist. Für den Neubau des Stadtarchivs bietet dies die Chance, Platzierung und Konzeption auch mit Blick auf die u.E. realitätsfern kalkulierten Bau- und Baunebenkosten zu überdenken.

Die Einbeziehung des Archivneubaus in das geforderte Moratorium drängt sich schon deshalb auf, weil sich die Restaurierung der beschädigten Archivalien über viele Jahrzehnte hinziehen wird und Eile völlig fehl am Platz ist. Nur eine strikte auf Konsolidierung gerichtete Ausgabenpolitik bietet der Stadt die Chance, künftig wieder finanziellen Boden unter die Füße zu bekommen.

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