Bebauungsplan vom Rat der Stadt am 12. Mai 2015 verabschiedet; Baugenehmigung beantragt

Am 12. Mai 2015 hat der Rat der Stadt den Bebauungsplanentwurf mit dem Arbeitstitel “Eifelwall in Köln-Neustadt/Süd und Köln-Sülz” (Vorlagen-Nummer 1113/2015) erwar- tungsgemäß ohne nennenswerte Diskussion von Für und Wider mit den Simmen aller großen Parteien verabschiedet. Nachdem wir in einem Gespräch mit Herrn Höing am 05. November 2014 von ihm die Zusage erhielten, es werde vom Archivneubau eine 3D-Visu- alisierung erstellt, war davon später trotz mehrerer Erinnerungen nicht mehr die Rede; wir bekamen nicht einmal eine Antwort. Ratsmitglied Henseler (Freie Wähler), der sich in einer Ausschusssitzung auch nach dieser Visualisierung erkundigte, erhielt von Herrn Höing die lapidare Anwort, das sei nicht erfolgt. Vorsichtshalber wurde von dieser Sitzung auch kein Wortprotokoll, sondern nur ein Ergebnisprotokoll gefertigt, so dass dieser Wort- bruch des höchstrangigen städtischen Planers nicht dokumentiert ist. So hat die große Mehrheit der Ratsmitglieder einem Plan zugestimmt, dessen visuelle Wirkung auf sie und die Bürger der Stadt nicht einschätzbar ist.

Zur visuellen Wirkung des fenster- und strukturlosen Hochbunkers, beschönigend “Schatzhaus” genannt,  schreibt das Architektenbüro Waechter und Waechter aus Darm- stadt in der am 18. Februar 2015 beim Bauaufsichtsamt eingegangenen, zum Bauantrag gehörenden Entwurfsbeschreibung: “Das Schatzhaus ist mit einer Metallblechverkleidung aus Baubronze versehen, die durch ihre Oberflächenbeschaffenheitr tagsüber kraftvolle Massivität ausstrahlt. Nachts wird die Gebäudehülle erhellt und macht den Baukörper so im nächtlichen Stadtbild präsent.” Offener kann man nicht einräumen, dass der Hochbun- ker durch seine Massivität auf die gegenüber liegende heterogene Wohnbebauung des Eifelwalls auch aus Sicht der Architekten eine erdrückende und erschlagende Wirkung hat.

Es ist klar, dass in der Ratsvorlage der Verwaltung alle kritischen Bürgerstellungnahmen zu den Bebauungsplan-Entwürfen, darunter auch der Einwand der sog. erdrückenden Wirkung baulicher Anlagen, die ein Unterfall des planungsrechtlichen Gebots der Rück- sichtnahme darstellt, mit überwiegend inhaltsleeren Worthülsen abgewiesen wurden. Die Verwaltung hat sich in dieser Vorlage nicht einmal mit dem Beschluss der Bezirksvertre- tung Lindenthal vom 30. April 2015 auseinandergesetzt, in dem die Verwaltung beauftragt wird, “die Planung des Gebäudekomplexes für das Historische Archiv so zu verändern, dass die besondere Zerreiche stehen bleiben kann.”

Interessant mag in diesem Zusammenhang auch sein, dass das städtische Bauaufsichtsamt zunächst verkündete, die Baugenehmigung für das Archivgebäude sei “erteilt”, später aber nach unserer Vor-Ort-Recherche  einräumen musste, dass “dies <…> bei diesem Vorgang (leider) nicht passiert <ist>. Es wurden allerdings noch eine Abbruch- sowie eine Teilbau- genehmigung erteilt,  …” Verursacht wurde die Fehlinformation durch das Datenverarbei- tungssystem der Stadt, in dem Genehmigungen als erteilt angezeigt werden, “sobald der Bauschein ausgedruckt wird”.  Im Falle des Archivs wurde er zwar ausgedruckt, befindet sich aber noch in der Akte, weil noch Unterlagen der Architekten fehlen. Möglicherweise stehen auch nocjh Änderungen an.

 

 

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